Die Philippinen, ein Monat nach dem Taifun

Es ist einen Monat her, seit der Taifun Haiyan in den Isayas, einer Inselgruppe der Philippinen, gewütet hat. Die Bethlehem Mission Immensee, E-CHANGER und Inter-Agire sind mit dem gemeinsamen Programm COMUNDO in den Philippinen tätig. Tobias Denzler, Koordinator vor Ort, berichtet von der aktuellen Situation:
„Drei Wochen nach dem Monstertaifun „Haiyan“ (int. Name, “YOLANDA“ phil. Name) sind die unmittelbaren Nothilfemassnahmen für die betroffenen Menschen mit nationaler und internationaler Hilfe im Gange. Unmittelbare Nothilfe heisst Versorgung mit Wasser, Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, medizinischer Versorgung, Notunterkünften (Zelte) und Kommunikationsmöglichkeiten. Da die Versorgung der schwer zugänglichen Dörfer problematisch ist und zahlreiche Menschen durch den Taifun alles verloren haben, flüchten viele vor der Zerstörung zu ihren Verwandten oder Bekannten in andere Landesteile.

Die internationale Nothilfe für die Philippinen ist überwältigend und die Schweiz leistet einen wichtigen Beitrag dazu. Wichtige Organisationen wie das Schweizerische Rote Kreuz, Caritas, HEKS, das Fastenopfer und andere NGO’s (Nichtregierungsorganisationen) tragen mit ihrem Knowhow und finanziellen Beiträgen zur Nothilfe bei. Einige Schweizer Entwicklungsorganisationen, die bereits zuvor auf den Philippinen gearbeitet haben, kennen den spezifischen Kontext des Landes und verfügen über lokale Partnerorganisationen in den verwüsteten Gebieten. Es handelt sich hierbei um zwei wichtige Voraussetzungen, damit effizient und gezielt Hilfe geleistet werden kann.“

Von den die Allianz COMUNDO bildenden drei Organisationen Bethlehem Mission Immensee, E-CHANGER und Inter-Agire sind derzeit sind in den Philippinen Tobias Denzler, seine Frau Corinne und acht weitere Fachpersonen im Einsatz.  Sie arbeiten in der Hauptstadt Manila und den nördlichen Provinzen und haben – soweit aus der Distanz möglich – die Opfer des Taifuns unterstützt. Das Sammeln und Verpacken von Hilfsgütern wie Kleidern und Lebensmitteln sowie finanzielle Unterstützung leisten - „dies sind wichtige Zeichen der Verbundenheit und Solidarität“, so Tobias Denzler.

Auch wenn die nördlichen Provinzen nur gering vom Taifun getroffen wurden, leiden die Philippinen stark unter den Folgen des Klimawandels. Die Bethlehem Mission Immensee,  E-CHANGER und Inter-Agire unterstützen Projekte im Umweltbereich, die versuchen, durch Wiederaufforstung, Walderhaltung, Agroforstwirtschaft (ein Produktionssystem, das Elemente der Landwirtschaft mit denen der Forstwirtschaft kombiniert) und Sensibilisierung für Umweltfragen die beteiligten Menschen für einen aktiven Umweltschutz und den achtsamen Umgang mit ihren natürlichen Ressourcen zu gewinnen und zu schulen. Tobias Denzler: „Dies geschieht wohlverstanden auf lokaler Ebene und kann etwas zur Risikoreduktion bei Unwetterschäden beitragen“. Um das Risiko von Klimakatastrophen nicht nur auf den Philippinen zu reduzieren, brauche es ein Umdenken und eine drastische Verhaltensänderung im Norden.