FilmReihe Luzern: Menschenrechte – Manuscripts Don’t Burn: Dreharbeiten im Versteckten

Luzern, 8. April 2014. Im Rahmen der «FilmReihe Luzern: Menschenrechte» zeigen das RomeroHaus Luzern und das stattkino am 1. Mai den iranischen Spielfilm «Manuscripts Don’t Burn». Im Anschluss werden die zwei Iran-Kenner Urs Gösken und Robert Richter weiterführende Informationen über den mehrfach ausgezeichneten Film liefern, der in Zürich bereits am 10. April Premiere feiern wird.
Vor dem Hintergrund von Zensur, Überwachung und Folter thematisiert Mohammad Rasoulof in seinem fünften Film den im Iran weit verbreiteten Auftragsmord an Kritikern des iranischen Regimes. «Der Film zeigt eindrücklich, wie im Iran verschiedene Lebenswelten aufeinander prallen», sagt Projektleiterin Mailin Scherl, «die ZuschauerInnen erhalten Einblick in den Alltag eines Auftragsmörders, der sich aus einer wirtschaftlichen Notlage befreien will, indem er den Auftrag annimmt, drei unabhängige und weltoffene Schriftsteller zu töten. Die Verbrechen sollen als Selbstmorde getarnt werden, doch der Auftrag gerät ausser Kontrolle.»

Eigene Filmsprache
Da der 1973 in Shiraz (Iran) geborene Regisseur in seinem Heimatland Arbeitsverbot hat, musste er den Film im Versteckten drehen. «Diese Tatsache kommt auch in der filmischen Umsetzung zum Ausdruck: Wer nicht über die Hintergründe informiert ist, wundert sich vielleicht über die ungewohnte Filmsprache», erklärt Scherl. Die Namen der weiteren Cast- und Crewmitglieder des Thrillers bleiben aus Sicherheitsgründen geheim.

Menschenrechte ganzjährig thematisieren
Aus Anlass des Internationalen Tages der Menschenrechte am 10. Dezember führen das RomeroHaus Luzern, das stattkino und das Institut für Sozialethik der Theologischen Fakultät der Universität Luzern jeweils im Dezember die «FilmTage Luzern: Menschenrechte» durch. Um auf Aktualitäten reagieren zu können und die Themen Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen ganzjährig in der Öffentlichkeit präsent zu halten, werden neu in einer FilmReihe das ganze Jahr hindurch Filme gezeigt. «Manuscripts Don’t Burn» bildet den Auftakt dieser «FilmReihe Luzern: Menschenrechte». Der Film feierte am 24. Mai 2013 auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes in der Kategorie «Un Certain Regard» seine Weltpremiere und gewann dort den FIPRESCI-Preis (Fédération Internationale de la Presse Cinématographique). Danach wurde der Thriller unter anderem auf den Filmfestivals in Hamburg, London, Thessaloniki und Stockholm gezeigt.