Ägypten drei Jahre nach der Revolution: Vorträge – Lesung – Vernissage – Film – Konzert

Luzern, 2. Mai 2014. Wo steht Ägypten heute, drei Jahre nach den heftigen Protesten während des arabischen Frühlings? Wie sieht die Situation der koptischen Bevölkerung aus, und konnte die ägyptische Frauenbewegung ihre Ziele erreichen? Eine Veranstaltung mit ausgewiesenen Ägypten-Kennerinnen und -kennern am 4. Juni 2014 im RomeroHaus Luzern hilft, die Entwicklungen der letzten Jahre und das Ringen zwischen Muslimbrüdern und Militär zu verstehen.
Bild AUTO IGNITION
«Ägypten scheint drei Jahre nach der Revolution von 2011 wieder am Ausgangspunkt zu stehen. Die Muslimbrüder sind von der Macht erneut in den Untergrund gedrängt worden. Ihre Führung sitzt im Käfig, während das Militär mit Abdel Fattah as-Sisi wieder einen General an die Macht gebracht hat», beschreibt Mailin Scherl, Bildungsbeauftragte des RomeroHauses, die aktuelle
Situation in Ägypten. Wesentliche Faktoren für as-Sisis Erfolg sind der Wunsch der ägyptischen Bevölkerung nach Sicherheit und einem Ende der wirtschaftlichen Not. Doch die Menschenrechte sind in Ägypten bedroht wie eh und je. Die Ziele der Revolution – Demokratisierung, mehr politische und soziale Freiheiten und bessere Rechte für Minderheiten – scheinen verraten. Gibt es dennoch Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft?

Realität in Ägypten: drei ExpertInnen berichten
Eine Referentin und zwei Referenten versuchen, Antworten auf diese Frage zu geben: Der schweizerisch-ägyptische Doppelbürger Samir Boulos zeigt auf, wie koptische und muslimische Bevölkerungsgruppen in Ägypten zusammenleben und welche Ursachen immer wieder zu Konflikten zwischen ihnen führen. Hartmut Fähndrich, ein bedeutender Übersetzer arabischer
Literatur, kommt darauf zu sprechen, wie es zur Übernahme der Macht durch das Militär kam. Und die Islamwissenschaftlerin Sarah Farag, die den Umsturz in Ägypten hautnah miterlebte, geht auf die Situation der Frauen im Spannungsfeld von Militärherrschaft und IslamistInnen ein.

Literatur als Wegbereiterin für Revolution
Eine entscheidende Rolle spielte beim Umbruch auch die Literatur. Die Journalistin Susanne Schanda liest aus ihrem Buch «Literatur der Rebellion – Ägyptens Schriftsteller erzählen vom Umbruch». Darin porträtiert sie ägyptische Autorinnen und Autoren als Aktivisten für Freiheit und Demokratie und zeigt, wie diese mit ihrem Schreiben die Bereitschaft für eine Revolution seit Jahren genährt haben. Zudem wird am 4. Juni im RomeroHaus die Ausstellung «Autoignition» mit digitalen Zeichnungen des Künstlers Mina Nasr eröffnet, der sich mit der Situation in Ägypten während der letzten drei Jahre beschäftigt hat. Der brandneue Dokumentarfilm «Arij – Scent of Revolution» von Viola Shafik sowie ein CD-Release-Konzert des bedeutenden ägyptischen Oud- Spielers Nihad El-Sayed runden das abwechslungsreiche Programm der Ägypten-Veranstaltung ab.

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Mittwoch, 4. Juni 2014, 18 bis 23.30 Uhr
Ägypten – Drei Jahre nach der Revolution; mit Unterstützung von Pro Helvetia; Anmeldungen bis 1. Juni an veranstaltungen@romerohaus.ch, Tel. 058 854 11 73 oder unter www.romerohaus.ch; Eintritt Fr. 50.-/35.- (Fr. 18.-/15.- nur Konzert)

VORTRÄGE
18 bis 19 Uhr Samir Boulos: Die koptische und muslimische Bevölkerung in Ägypten: ein Zusammenleben mit Konflikten
20 bis 21 Uhr Hartmut Fähndrich: Übernahme der Macht durch das Militär ? eine Überraschung? Ein Blick in die Geschichte
21 bis 22 Uhr Sarah Farag: Zwischen Hammer und Amboss ? Ägyptens Frauen im Spannungsfeld von Militärherrschaft und IslamistInnen

LESUNG
18 bis 19 Uhr Susanne Schanda: Literatur der Rebellion ? Ägyptens Schriftsteller erzählen vom Umbruch

VERNISSAGE
19 bis 19.30 Uhr Mina Nasr: Autoignition – digitale Zeichnungen
19.30 bis 20 Uhr Imbiss
20 bis 20.30 Uhr Begegnung mit dem Künstler

DOKUMENTARFILM
20 bis 21.40 Uhr Arij; Scent of Revolution, Regie Viola Shafik, Ägypten/D; 2014, 98 min, OV/e

KONZERT
22 bis 23.30 Uhr Nihad El-Sayed: Yarns – CD Release, Tournee in der Schweiz mit Lukas Roos (Bassklarinette / Klarinette), Ahmad Osman (Kontrabass), Amro Mostafa (Perkussion), Khaled Abu Hegazy (Perkussion)

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Kurzprofil des RomeroHauses
Das RomeroHaus Luzern ist das Bildungs- und Tagungszentrum sowie der Geschäftssitz der Bethlehem Mission Immensee (BMI). Die BMI bildet zusammen mit E-CHANGER in der Romandie und Inter-Agire im Tessin eine Schweizer Allianz der Personellen Entwicklungszusammenarbeit. Das Bildungs- und Veranstaltungsprogramm des RomeroHaus nimmt aktuelle und brennende Themen auf und stellt Verbindungen zwischen Welten her: zwischen Kontinenten, Religionen und Gesellschaftsformen, zwischen Politik, Wirtschaft und Kirche. Hier begegnen sich bekannte Persönlichkeiten und das Publikum auf Augenhöhe. In Vorträgen, Kursen, Tagungen und Seminaren werden inspirierende Debatten und ein konstruktiver Dialog gesucht.

RomeroHaus, Bildungszentrum der Bethlehem Mission Immensee, Kreuzbuchstrasse 44, 6006 Luzern, Tel. 058 854 11 75, Fax 041 58 854 11 02, veranstaltungen@romerohaus.ch,
www.romerohaus.ch
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Für weitere Informationen und Kontakte wenden Sie sich bitte an:
Medienstelle Bethlehem Mission Immensee, Simone Bischof Lusti, sbischof@bethlehemmission. ch; Tel. 058 854 11 56

Für Rückfragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an:
Mailin Scherl, Bildungsbeauftragte des RomeroHauses, mscherl@bethlehem-mission.ch, Tel. 058 854 11 72