Unsere Geschichte

Innerhalb von 55 Jahren hat E-CHANGER (vorher Frères sans Frontières) mehr als 1000 Freiwilligen, später Kooper-aktoren/-aktorinnen, ein Engagement mit der Zivilgesellschaft im Süden ermöglicht.

Die missionarischen Ursprünge

Mit dem Wunsch, die Missionare im Ausland zu unterstützen, gründeten im Jahr 1959 zwei junge Männer Frères sans frontières FSF (dt: Brüder ohne Grenzen). Pierre Duc und Guy Balet formulierten drei Ziele des neuen Vereins:
  • Junge ausgebildete Menschen mit guten ethischen und religiösen Grundsätzen finden,
  • sie ausbilden, bevor Sie abreisen und
  • Ihnen die Einsatzmöglichkeiten in südlichen Ländern bekannt machen.
Viele junge Erwachsene entsprachen dieser Beschreibung und bewarben sich für einen Südeinsatz, um in diversen Ländern ihre Hilfe anzubieten. Zahlreiche Freiwillige aus der Schweiz reisten in ferne Länder: Madagaskar, Seychellen, Neuguinea, Zaire, Kongo, Argentinien und Zentralamerika und viele andere. Die Freiwilligen von FSF bezweckten bereits die Vermittlung von Know-How vor Ort und teilten die Lebensbedingungen der jeweiligen lokalen Bevölkerung. Bei den Partnerorganisationen handelte es sich hauptsächlich um religiöse Gemeinschaften, um Erzdiözesen und Missionen.

Das Engagement in Nicaragua, eine Umorientierung der Entwicklungszusammenarbeit


Anfangs der 80er-Jahre beginnt eine intensive Zusammenarbeit zwischen FSF und Partnerorganisationen in Nicaragua, wo ein sozialer und struktureller Umschwung durch die sandinistische Revolution (welche im Januar 1979 an die Macht gelang) stattfand. Diese politisch-solidarische Zusammenarbeit stellte den Anfangspunkt der Umorientierung unseres Vereins dar.

Die Ermordung von Maurice Demierre, Freiwilliger von FSF, 1986 in Nicaragua löste eine Welle der Empörung bei der schweizerischen Zivilgesellschaft aus. Vor allem Personen, welche sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagierten, begannen das Modell der Zusammenarbeit zu hinterfragen und sich um ihre Sicherheit zu sorgen. Das Verschwinden von Maurice hatte dementsprechend einen grossen Einfluss auf unsere Handelsweise. Wir verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen der Freiwilligen in den Einsatzländern durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen in Nicaragua.

Von Frères sans Frontières zu E-CHANGER

Im Jahr 1997, 40 Jahre nach der Gründung von FSF, drängte sich uns ein erneutes Umdenken im Bezug auf die internationale Zusammenarbeit auf. Die Mitarbeiter von Frères sans Frontières im Norden verfassten das aktuelle Leitbild des Vereins und gaben diesem einen neuen Namen: E-CHANGER. Die Verfasser legten neue Grundsätze fest, wobei die Partnerschaft mit sozialen Bewegungen und NGO’s im Mittelpunkt stand. Die Freiwilligen wurden ab diesem Zeitpunkt als Kooper-aktoren/-aktorinnen bezeichnet, welche - vorwiegend im technischen Bereich - einen Wissens- und Kompetenzaustausch im Süden ausübten. All dies sollte verstärkt werden ohne das soziale Engagement und die Sensibilisierungsarbeit im Norden zu vernachlässigen.

Dieses Engagement für einen Wandel in der Schweiz – durch die Mobilisierung der Schweizer Zivilgesellschaft – zeigt sich an verschiedenen Beispielen:
  • Die Entsendung einer Schweizer Delegation an die Weltsozialforen seit 2001
  • Ein regelmässiger Nord-Süd-Nordaustausch
  • Die Teilnahme an Kampagnen wie z.B. die schweizweite Kampagne 0.7 % und die Kampagne „Droit Sans Frontières“
  • Die Verstärkung von Netzwerken wie SUIPPCOL (Kolumbianisch-Schweizerisches Programm für die Friedensförderung in Kolumbien)
  • Durch die Gründung von Supportgruppen pro Einsatzleistenden um die Terrain-Erfahrungen in der Schweiz zu verbreiten
  • In zahlreichen weiteren öffentlichen Aktivitäten

Die Allianz COMUNDO : Eine nationale Zusammenarbeit in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit (PEZA)

Seit Anfang des Jahres 2013 arbeiten E-CHANGER und zwei weitere Schweizer Organisationen, welche in der PEZA tätig sind, mit dem gemeinsamen Programm COMUNDO: Bethlehem Mission Immensee (Deutschschweiz) und Inter-Agire (Tessin). Durch eine gemeinsam entwickelte Strategie ermöglicht uns COMUNDO eine stärkere Präsenz in der Schweiz und, durch die Zusammenlegung des Süd-Programms ein grösseres Angebot für unsere Einsatzleistenden im Süden.