Thematischer Kontext

Die Fortschritte in Bezug auf das Milleniumsentwicklungsziel 5 zur Senkung der Müttersterblichkeit sind alarmierend ungenügend. Müttersterblichkeit ist einer der deutlichsten Indikatoren für das schockierende Ungleichgewicht zwischen reichen und benachteiligten Ländern. Jedes Jahr sterben mehrere Hunderttausend Frauen an Komplikationen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt. Die überwiegende Mehrheit der Sterbefälle wäre vermeidbar. Nach wie vor haben viele Frauen keinen oder schlechten Zugang zu Information, Gesundheitseinrichtungen und weiteren Dienstleistungen im Zusammenhant mit reproduktiver Gesundheit.

Unser Beitrag

Wir leisten in definierten Projekten einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern und ihren Kindern.

Wir leisten in definierten Projekten einen konkreten Beitrag zum bewussteren Umgang mit Geschlechterrollen.

Wir zeigen auf, wie Müttergesundheit mit sozialer Gerechtigkeit und Gleichberechtigung (insbesondere zwischen den Geschlechtern) zusammenhängt. 

Als Organisation mit katholischen Wurzeln und praktischer Erfahrung in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit leisten wir einen Beitrag zur Diskussion auch heikler Fragen – etwa zur Rolle von Kirche, Religion und Tradition bei Fragen von Sexualität und Familienplanung.

Wir unterstützen politische Prozesse in der Schweiz, die auf die Erreichung des Milleniumsziels 5 (Müttergesundheit) hin arbeiten.  (Siehe dazu Flyer der Parlamentarischen Gruppe Kairo +)

Starke Frauen – Fokus Müttergesundheit

Positionspapier der Bethlehem Mission Immensee

Alle Menschen haben ein Recht auf ein grösstmögliches körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden. Insbesondere Frauen und ihre Kinder haben jedoch oft keinen Zugang zu passender Gesundheitsversorgung. Schwangerschaft und Geburt bedeuten für viele Frauen ein enormes Risiko, jährlich sterben Hunderttausende an Komplikationen.

Gesundheit ist schon länger ein Schwerpunkt der Bethlehem Mission Immensee (BMI). Nun widmet sich die Organisation dem Thema Reproduktive Gesundheit, speziell der Müttergesundheit. Damit ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit gemeint, es geht dabei auch um grundlegende Rechte, etwa die Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Dass weltweit rund 200 Millionen Frauen trotz Nachfrage keine Verhütungsmittel zur Verfügung stehen, bedeutet eine Beschneidung ihrer Rechte und oft eine drastische Gefährdung ihrer Gesundheit. Das Recht auf Gesundheit kann nur verwirklicht werden, wo soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Perspektiven, eine ökologisch nachhaltige Entwicklung und Frieden herrschen.

Die BMI fordert für Frauen und Männer:


  • Soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, insbesondere zwischen den Geschlechtern.
  • Das Recht und die Freiheit zu entscheiden, ob, wann und wie oft sie Kinder haben wollen.
  • Das Recht, informiert zu werden und Zugang zu haben zu sicheren, effektiven, erschwinglichen und akzeptablen Methoden der Familienplanung ihrer Wahl, ebenso wie zu anderen Methoden der Fruchtbarkeitsregelung ihrer Wahl, die nicht gegen Gesetze verstossen.
  • Das Recht auf Zugang zu geeigneten Dienstleistungen der Gesundheitsversorgung, die es Frauen ermöglichen, eine sichere Schwangerschaft zu erleben. 
Die BMI legt grosses Gewicht auf die Ermächtigung von Gemeinschaften und Einzelnen, sowie auf geschlechtsspezifische Ansätze. Viele der BMI-Fachpersonen in den Einsatzländern engagieren sich für die Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Müttern, indem sie sich für gerechtere Lebensbedingungen einsetzen. Bei ihrer Arbeit in Gesundheitseinrichtungen, in Bildungsprojekten, in der Beratung oder im persönlichen Kontakt mit Frauen, Männern oder Jugendlichen sind sie mit Fragen von Sexualität, übertragbaren Krankheiten oder Verhütung konfrontiert. Oft arbeiten die Fachpersonen in einem Spannungsfeld zwischen kultureller Tradition, kirchlichen Handlungsanweisungen und den individuellen Bedürfnissen. Als Organisation mit katholischen Wurzeln und praxisnaher Erfahrung in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit kann die BMI einen Beitrag leisten zur Diskussion auch heikler Fragen: In Veranstaltungen, Publikationen und in der Vernetzung mit anderen Organisationen wird das  Thema Müttergesundheit von verschiedenen Seiten beleuchtet.

 
31. Mai 2012