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Programm FilmTage Luzern: Menschenrechte 2012

 

Filme nach Tagen

Donnerstag, 6. Dezember

Freitag, 7. Dezember

Samstag, 8. Dezember

Sonntag, 9. Dezember

 

Filme nach Alphabet

An Intersection | Karin Slater, Botswana 2011

Babylon | Ismaël und Youssef Chebbi und Ala Eddine Slim, Tunesien 2012

Camp 14 | Marc Wiese, Deutschland 2012

Count-Down am Xingu II | Martin Kessler, Brasilien/Deutschland 2011

Catastroika | Aris Chatzistefanou und Katerina Kitidi, Griechenland 2012

Forbidden Voices | Barbara Miller, Schweiz 2012

Herz des Himmels, Herz der Erde | Frauke Sandig und Erik Black, Deutschland/USA 2011

Kairo 678 | Mohamed Diab, Ägypten 2011

Nero's Guests | Deepa Bhatia, Indien 2009

Raising Resistance | Bettina Borgfeld und David Bernet, Deutschland/Schweiz 2011

Wellbodi Biznes | Miki Redelinghuys und Kyle 0'Donoghue, Südafrika 2010

Wilaya | Pedro Pérez Rosado, Westsahara 2012

 

 

 

 

Donnerstag, 6. Dezember

 

SCHULVORFÜHRUNG

 

14.00 Uhr: Forbidden Voices, Barbara Miller, Schweiz 2012, OV;d 

Ihre Stimmen werden unterdrückt, verboten und zensuriert. Doch Yoani Sánchez, Zeng Jinyan und Farnaz Seifi lassen sich nicht einschüchtern. Die furchtlosen Frauen repräsentieren eine neue Generation moderner Widerstandskämpferinnen. In Kuba, im Iran und in China bringen diese Pionierinnen mit ihren Blogs das Staatliche Informationsmonopol ins Wanken - und Riskieren dabei zum Teil sogar ihr Leben.

In Zusammenarbeit mit dem Medienausbildungszentrum MAZ

 

15.45 Uhr: Wem sollen wir glauben: JournalistInnen, BloggerInnen oder PolitkerInnen?

Gespräch mit Nina Fargahi, Bloggerin mit iranischen Wurzeln, und Barbara Miller, Regisseurin | Moderation: Alexandra Stark, Medienausbildungszentrum MAZ

 

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ERÖFFNUNG der «FilmTage Luzern: Menschenrechte» 

 

18.00 Uhr: Apéro | stattkino- Foyer

18.45 Uhr: Grussworte von Ursula Stämmer-Horst, Stadträtin, Luzern

19.00 Uhr: Nero's Guests, Deepa Bathia, Indien 2009

In den letzten zehn Jahren begingen in Indien mehr als 200'000 Bauern und Bäuerinnen Selbstmord; eine Tragödie, verursacht durch Armut und Verschuldung. Eine Tragödie, die Behörden, Medien und Oberschicht nicht zu interessieren scheint. Nero's Guests zeigt das Engagement des Journalisten Palagummi Sainath, der aufgerüttelt ist vom Schicksal der mittellosen Bauernfamilien: Er veröffentlicht Geschichten der Betroffenen in der Zeitung «The Hindu», wird auf diese Weise zum Botschafter der Mittellosen. Und er nimmt die Selbstmorde zum Anlass, auf die grossen Unterschiede innerhalb der indischen Gesellschaft hinzuweisen. Leidenschaftlich beklagt er den Mangel an sozialer Gerechtigkeit und die Folgen des Neoliberalismus. Die Filmemacherin Deepa Bathia begleitet Sainath bei seinen Besuchen bei den mittellosen Bauernfamilien, während seiner Vorträge und bei seinem Einsatz für jene, die normalerweise in der indischen Gesellschaft keine Stimme haben.   

In Zusammenarbeit mit «Reportagen»

20.00 Uhr: Wer kümmert sich um das Schicksal indischer Bauernfamilien? Gespräch mit Karin Wenger, Südasien-Korrespondentin von Schweizer Radio und Fernsehen SRF | Moderation: Daniel Puntas Bernet, Chefredaktor des Magazins «Reportagen»

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Freitag, 7. Dezember

 

SCHULVORFÜHRUNG

 

10.00 Uhr: Nero’s Guests| Regie: Deepa Bhatia | Indien 2009 | 55 min | Marathi, Hindi, Englisch; d 

Ein Film über das Engagement des indischen Journalisten Palagummi Sainath für die mittellosen und zum Teil hoch verschuldeten indischen Bauernfamilien. Details zum Film siehe 6. Dezember, 19 Uhr.

11.00 Uhr: Wen kümmert das Schicksal indischer Bauernfamilien? Gespräch mit Karin Wenger, Südasien-Korrespondentin von Schweizer Radio und Fernsehen SRF | Moderation: Renate Metzger-Breitenfellner, RomeroHaus Luzern 

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16.00 Uhr: Catastroika, Aris Chatzistefanou und Katerina Kitidi, Griechenland 2012, OV;d

Der Dokumentarfilm «Catastroika» enthüllt die bevorstehenden Ergebnisse des aktuellen Ausverkaufs des griechischen öffentlichen Vermögens, der unter Berufung auf die Staatsverschuldung erzwungen wird. Anhand von Beispielen unter anderem aus London, Paris, Berlin, Moskau und Rom prognostiziert «Catastroika», was passiert, wenn dieser Privatisierungskurs fortgesetzt wird.

Slavoj Zizek, Naomi Klein, Luis Sepulveda, Ken Loach und Greg Palast beurteilen im Film die Kürzungs- und Veräusserungsmassnahmen der unter Druck stehenden griechischen Regierung und erklären die Zusammenhänge zwischen entfesselten Finanzmärkten und der zunehmenden Entdemokratisierung in Europa. AkademikerInnen und SpezialistInnen wie Dani Rodrik, Alex Callinicos, Ben Fine, Costas Douzinas, Dean Baker und Aditya Chakrabortty präsentieren bisher unbekannte Aspekte der Privatisierung in Griechenland und anderen Ländern.

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18.00 Uhr: Kairo 678, Mohamed Diab, Ägypten 2011, OV;d

Sexuelle Belästigung ist ein Tabuthema in der ägyptischen Gesellschaft – und findet dennoch täglich statt. Drei Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten wollen sich nicht länger mit männlichen Übergriffen abfinden. Fayza ist eine Frau aus der Arbeiterklasse, die jeden Tag mit dem Bus zur Arbeit fahren muss. Ständig wird sie in den überfüllten Bussen der Metropole begrapscht. Schliesslich geht Fayza in Sebas Selbsthilfegruppe. Seba selbst war vor Jahren Opfer einer Massenvergewaltigung geworden. Deshalb kämpft die privilegierte Frau aus der Oberschicht heute für mehr Frauenrechte. Eine Mitstreiterin findet sie in Nelly, die bei einem Überfall nur knapp ihren Peinigern entkommen konnte. Ganz unterschiedlich reagieren die Frauen, die nicht mehr schweigende Opfer sein wollen. Während Nelly vor Gericht zieht und die erste Klage wegen sexueller Belästigung in Ägypten anstrebt, zieht Fayza lieber das Messer und sticht ihren Angreifern ins Genital.

In Zusammenarbeit mit Amnesty International Schweiz

19.45 Uhr: Arabischer Frühling — auch für Frauen? Gespräch mit Jasmin El Sonbati, ägyptisch-schweizerische Doppelbürgerin, freie Autorin | Moderation: Nani Moras Etman, Amnesty International 

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21.00 Uhr: Babylon, Ismaël und Youssef Chebbi und Ala Eddine Slim, Tunesien 2012

Zwischen dem Checkpoint Ras Jdir an der tunesisch-lybischen Grenze und der Stadt Ben Guerdanne gibt es nichts als offenes Land. Im Frühling 2011, als in Lybien die Kämpfe zwischen den Revolutionären und den Truppen Gaddafis eskalieren, kommen mehr als eine Million Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten und Sprachen nach Tunesien. Nur wenige Wochen nach der tunesischen Revolution muss im Süden des Landes eine temporäre Stadt errichtet werden, um die Flüchtlinge so schnell wie möglich unterzubringen. 

Die drei Regisseure, Ismaël und Youssef Chebbi und Ala Eddine Slim, filmen, was geschieht. Die Kamera begleitet den Beginn der Arbeiten, das Graben, das Hochziehen der ersten Zelte, die internationalen Medien, die NGOs, das Militär, und dann die Flüchtlinge, in diesem speziellen Fall ausschliesslich Männer. Langsam kommt Leben in die Stadt. Die Menschen essen, lenken sich ab mit Tanz, Musik oder Sport, sie beten. Es kommt auch zu Spannungen. Schliesslich ziehen die Migranten weiter, die Stadt wird abgebaut. 

Der Film kommt ohne Untertitel aus – trotz des babylonischen Sprachengewirrs, das im Filmtitel anklingt. So müssen sich die ZuschauerInnen auf die Bilder konzentrieren, können sich nicht auf die trügerische Bequemlichkeit von Kommentaren und Übersetzungen verlassen. Damit wird deutlich gemacht, dass es unmöglich ist, diesen immer noch andauernden Exodus zu verstehen. 

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Samstag, 8. Dezember

 

10.30 Uhr: Raising Resistance, Bettina Borgfeld und David Bernet, Deutschland/Schweiz 2011

Die Agrarindustrie verspricht mit der Gentechnologie eine neue, saubere, effizientere Technologie zur «Ernährung der Welt» zu etablieren. Sie argumentiert damit, dass das Steigern der Erträge und die Anpassung von Saatgut an die bevorstehenden klimatischen Veränderungen einen unabdingbaren Beitrag zur Ernährungssicherheit der Welt leisten. Anhand von Sojaanbau in Paraguay zeigt der Film die Problematik dieser Politik.

In Zusammenarbeit mit Solifonds

12.00 Uhr: Mittels Gentechnologie die Welt ernähren? Gespräch mit David Bernet, Regisseur, und Yvonne Zimmermann, Solifonds | Moderation: Barbara Müller, RomeroHaus Luzern

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14.00 Uhr: Wellbodi Biznes, Miki Redelinghuys und Kyle O'Donoghue, Südafrika, 2010, Englisch;d

Es ist nicht einfach, in Sierra Leone als Gynäkologe zu arbeiten. Aber Doktor Koroma, ein engagierter Arzt, nimmt die Herausforderung an. Die FilmemacherInnen zeigen eine Woche im Regierungsspital von Bo, wo Koroma als einziger Gynäkologe der Region arbeitet. Sie folgen ihm auf seinem Weg vom Notfall zur Ausbildung von Gesundheitsschwestern und zeigen nebenbei auf, wie er das gesamte Spital managt. Wellbodi Biznes ist ein Dokumentarfilm über ein mutiges Land im Wiederaufbau, das sich vor allem auch für die Gesundheit von Müttern und ihren Kindern einsetzt – im Kampf gegen eine unglaublich hohe Sterblichkeitsrate von Müttern und Säuglingen. 

 

An Intersection, Karin Slater, Botswana 2011, OV;d

Ein HIV-positives Paar entscheidet sich, ein Kind zu bekommen. In ihrem ruhigen, ehrlichen und offenen Film dokumentiert Karin Slater die Risiken, die Zweifel und die praktischen Details, die mit diesem Wunsch verbunden sind. Das Paar aus Botswana durchlebt eine schwierige Zeit bis hin zur Elternschaft. Ein intimer und berührender Film mit durchaus fröhlichen Elementen; ein Film über den Kampf gegen Probleme und Vorurteile.

In Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA

15.30 Uhr: Kampf um gesunde Kinder und Mütter in Afrika. Gespräch mit Andreas Loebell, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA | Moderation: Ruedi Küng, Afrika-Experte und Inhaber von InfoArica.ch

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18.00 Uhr: Camp 14, Marc Wiese, Deutschland 2012, OV;d

Shin Dong-hyuk wurde 1983 in einem nordkoreanischen Arbeitslager geboren – als Kind zweier politischer Gefangener, die von den Wachen zur Heirat gezwungen worden waren. Seine ganze Kindheit und Jugend verbrachte er im Camp 14, das eigentlich ein Todeslager war. Ab dem Alter von sechs Jahren musste er Zwangsarbeit, Hunger, Schläge und Folter über sich ergehen lassen. Er war immer vom Wohlwollen der Wächter abhängig, wusste nichts von der Welt ausserhalb, kannte nur die Realität im Camp. Mit 23 Jahren gelang ihm mit Hilfe eines anderen Gefangenen die Flucht. Monatelang war er in Nordkorea und China unterwegs, um schliesslich Südkorea zu erreichen, wo er eine komplett neue Welt kennen lernte. Eine Welt, in der er sich erst zurechtfinden muss.

19.45 Uhr: Überlebt. Überwunden? Gespräch mit André Zumwald, Psychiater und Psychotherapeut, Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer, afk SRK, Bern | Moderation: Li Hangartner, RomeroHaus Luzern

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21.00 Uhr: Wilaya, Pedro Pérez Rosado, Westsahara 2012, Sahraoui/Spanisch; d

In der Westsahara warten die Sahraouis immer noch auf ein Referendum, das ihren völkerrechtlichen Status definiert. In Flüchtlingscamps mit dürftiger Infrastruktur führen die Menschen ein Leben ohne Perspektive, so auch die gehbehinderte Hayat, ihr Bruder Jatri und seine schwangere Frau Aichetu. Nachdem Hayats und Jatris Mutter gestorben ist, kommt auch ihre Schwester Fatimetu zurück ins Lager. Sie lebt seit 16 Jahren bei einer Pflegefamilie in Spanien. Aus einem kurzen Besuch wird ein unerwartet langer Aufenthalt. Fatimetu solle sich um ihre Schwester kümmern, so der letzte Wunsch der Mutter. Die junge Frau gibt ihr behütetes europäisches Leben für das Zusammensein mit den Geschwistern auf. Durchsetzungsfähig und couragiert stellt sie sich auf den Überlebenskampf in der Wüste ein.

In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Unterstützungskomitee für die Sahraouis SUKS

Mit einer Einführung in die Thematik von Elisabeth Bäschlin, Präsidentin SUKS

(läuft ab 31. Januar im stattkino)

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Sonntag, 9. Dezember

 

10.30 Uhr: Count-Down am Xingu II, Martin Kessler, Brasilien/Deutschland 2011, OV;d

Für die Indigenen des brasilianischen Amazonasgebietes ist der Xingu ein heiliger Fluss. Doch jetzt wird ihr Fluss geschändet: Der bislang unberührte Riesenstrom wird aufgestaut zum «Belo Monte», dem drittgrössten Wasserkraftwerk der Welt. Und das auch mit Hilfe deutscher Unternehmen wie Mercedes Benz, Siemens und Voith – oder der französischen Alstom, der grössten Arbeitgeberin im Kanton Aargau. Sie wollen das Schwellenland Brasilien und internationale Aluminiumkonzerne mit «billigem» Strom versorgen. Dafür werden rund 600 Quadratkilometer Urwald geflutet, über 30‘000 Indigene, Flussbauern und BewohnerInnen vertrieben. Martin Kessler berichtet über den Beginn der Bauarbeiten und den anhaltenden Widerstand. 

In Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung WOZ

11.40 Uhr: Wie gehts weiter am Xingu? Gespräch mit Heike Drillisch, GegenStrömung, und Christoph Wiedmer, Geschäftsleiter Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz | Moderation: Sonja Wenger, Auslandredaktorin WOZ

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13.30 Uhr: Herz des Himmels  Herz der Erde, Frauke Sandig und Eric Black, USA/Deutschland 2011, OV;d

 

Sechs junge Maya aus dem mexikanischen Chiapas und aus Guatemala lassen das Publikum teilhaben an ihrem Leben, ihrem Alltag, ihren Zeremonien und ihrem Widerstand gegen die Bedrohung von Kultur und Umwelt. Im Gegensatz zum Westen nehmen sie Globalisierung, genmanipulierte Nahrung und Umweltzerstörung nicht einfach hin, sondern erklären ihre Vision der Welt; einer Welt, in der das Andere, der Mensch, das Tier und die Natur nicht losgelöstes Gegenüber sind, sondern Teil des eigenen Seins.

In Zusammenarbeit mit Peace Watch Switzerland (PWS)

15.10 Uhr: Spirituell und widerständig: Der Kampf der Maya in Chiapas und Guatemala. Gespräch mit Pia Maier und Stephan Tschirren, freiwillige MenschenrechtsbegleiterInnen von Peace Watch Switzerland | Moderation: Stephan Suhner, Vorstandsmitglied PWS

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